Bad Belzig. Landwirt Alfred Schulte aus Bad Belzig (Potsdam-Mittelmark) beklagt Verluste. 13 seiner Kälber seien in den vergangenen vier Wochen getötet worden, gerissen von Wölfen, trotz Zaun. Seine Kuhherde, bestehend aus 85 Mutterkühen, sei verstört. Seit Ostern lässt Schulte seine Tiere im Stall. Heute sollen sie wieder auf die Weide. Mitarbeitende des Landesumweltamtes (LfU) haben vor Ort einen weiteren elektrischen Zaun aufgestellt. Schulte ist skeptisch: „Das wird nicht gut gehen“, sagt er. Nach Zahlen des LfU gab es im vergangenen Jahr 731 Schafe, Ziegen, Rinder und Pferde, die gerissen beziehungsweise verletzt wurden, bei denen der Wolf als Verursacher nachgewiesen oder zumindest nicht ausgeschlossen werden konnte. 2019 waren es mit 364 Nutztieren noch etwa die Hälfte weniger und vor zehn Jahren nur 63.

Der Landesbauernverband Brandenburg fordert das Umweltministerium auf, die in Brandenburg lebenden Tiere gemeinsam mit den polnischen und baltischen Landesämtern der EU zu melden. Es seien längst zu viele „und der hohe Schutzstatus von Canis Lupus nicht länger zu rechtfertigen“.